Oper ohne Schiff

Soundtrack für das Elbhangfest-Highlight von Tom Roeder
Das verbarg sich hinter der „Oper ohne Schiff“
„Das Rätsel löste sich erst kurz vor 23 Uhr in Pillnitz, als plötzlich blaue Strahler aufflammten, die Elbe in mystisches Licht tauchten, wo Tausende von Mücken tanzten und leise, immer näher kommend, von der Elbinsel her Opernmusik ertönte… Ein vielstimmiges Raunen ging durch die Massen am Ufer, als das von der Ferne leuchtende, von einem „Helium-Mond“ überstrahlte schwimmende Gebilde sichtbar wurde: Ein überdimensional großes Grammophon bewegte sich wie von Geisterhand getrieben den Fluss abwärts. Darauf lag eine schlafende Gestalt, anscheinend wie betäubt von den herrlichen Klängen.
Als das Grammophon vor der staunenden Menge mitten auf der Elbe hielt, erhob sich diese Gestalt. Man erkannte Tom Quaas. Wohlklingend und lauthin vernehmbar trug er eine verzweifelte und innige Liebeserklärung an eine Stimme vor, untermalt von Tosca- und anderen Puccini-Arien, immer unterbrochen von kratzenden, unpoetischen Grammophongeräuschen. Alle ringsum lauschten, staunten und brachen in Begeisterung aus, als diese romantische Szene schließlich noch umrahmt wurde von einem maßvollen Feuerwerk.
Die Gestalt alias Tom Quaas sank wieder hernieder, drehte sich auf dem Grammophonteller, verzweifelt um Liebe flehend. Dann raffte er sich jedoch auf und mit einem letzten Gruß (Text von Georg Ladewig) an die Elbhänge schwebte das Grammophon mit der nun wieder schlafenden Gestalt und weithin hörbaren Opernklängen weiter flussabwärts dahin.
Sie war’s wieder: Diese Inszenierung von Tom Roeder zum Elbhangfest zählte wie erwartet zu den Höhepunkten des Festwochenendes.“
Sonja Bernstengel (Elbhang-Kurier 7/2006)
Text und Foto: www.elbhangfest.de








